Verwendungszweck / Indikation (Pflegebetten)

Die „Indikation“ (der Bedarfsfall) beschreibt die Voraussetzungen, unter denen eine deutsche Krankenkasse gesetzlich verpflichtet ist, die Kosten für ein Hilfsmittel wie ein Pflegebett zu übernehmen.

Die Indikationsbeschreibung der gesetzlichen Krankenkassen für das Pflegebett BIRGA bzw. Schwerlastbett LOWIS lautet sowohl für die Rezeptierung nach § 33 SGB V wie auch § 40 SGB XI:

„Eine Verordnung des Produktes kann dann in Betracht kommen, wenn

  • die Pflege mit ihren Haupttätigkeiten im Bett stattfindet (Ziel: möglichst ergonomische Arbeitsabläufe für das Pflegende Umfeld zu erreichen) oder
  • durch die Nutzung der Höhenverstellung der Liegefläche sowie des Anwinkelns der Rücken-Liegefläche ein selbstständiges Aufsuchen/Verlassen des Bettes durch den Versicherten möglich ist.“
  • die Winkelverstellung der Liegefläche aus medizinisch-therapeutischen Gründen notwendig ist. Dazu gehören das höher Lagern der Beine (Anheben der Bein-Liegefläche). Dies kann z.B. notwendig sein wenn sich während des Tages in den Beinen eine größere Menge an Körperflüssigkeit staut. Dann führt die Beinhochlagerung dazu das das „Wasser“ sich in der liegenden Position nachts im Köper wieder verteilt.

Das BIRGA Pflegebett ist erfahrungsgemäß ein Hilfsmittel, dessen Einsatz bei Menschen indiziert ist,

  • die zum Aufstehen oder Mobilisieren sich zwar aus der Liegeposition im normalen Bett auf die Bettkante setzen können aber von dort nicht in die stehende Position kommen (Erreichen der Selbstständigkeit),
  • die lange Zeit (viele Tage im verbringen müssen) im Bett verbringen müssen und auch darin gepflegt (gewaschen, gefüttert usw.) werden.
  • bei denen die Pflegeperson in der häuslichen Pflege physisch entlastet werden muss, um die häusliche Pflege zu ermöglichen.

Die Indikationsstellung für BIRGA Pflegebett gilt bei vielen Erkrankungen oder Behinderungen und wird auch häufig bei einer Einstufung in eine Pflegstufe ab I erreicht.

Da der Möbelhandel bereits sehr mehreren Jahren auch Betten mit elektromotorischer Verstellung als „Komfortbetten“ anbietet, steht der Entscheider in der Krankenkasse immer wieder vor einer Grundsatzbetrachtung. Handelt es sich in der jeweiligen Bedarfssituation um eine Anwendung als Pflegebett oder um eine Anwendung des Komfort. Im zweiten Fall muß er das Bett als Gegenstand des täglichen Bedarfs, den ja auch nicht erkrankte Menschen haben, einstufen und darf dafür keine Leistung bewilligen.

Indikationen für Produktart: Dreh-, Sitz- und Aufsteh-Pflegebett INDREA sind

  • wieder eigenständig aufstehen können bzw.,
  • trotz zu erwartender Verschlechterung Ihres Zustandes weiterhin allein aufstehen werden,
  • wieder passiv mobilisiert werden können, z.B. bei Osteoporose oder Wirbelsäulenmetastasen, wenn ein Umsetzen in den Sessel nicht mehr möglich ist,
  • keinen Pflegeheimplatz mehr benötigen und in der häuslichen Pflege Daheim bleiben können,
  • bei nicht mehr spontan mobilen Versicherten, insbesondere bei Patienten mit QS-Symptomatik, bei stark erhöhtem Risiko der Entwicklung eines Dekubitus, bzw. zur Weiterbehandlung eines bestehenden Dekubitus,
  • bei Bettlägerigkeit auf Grund von chronisch (neuro-) muskulären Erkrankungen verbunden mit der Unfähigkeit zum selbstständigen Aufsitzen, Umlagern und Bettverlassen, wenn gleichzeitig ein Kreislauftraining erforderlich ist, zur Osteoporose und Thromboseprophylaxe,
  • wenn die Betreuung ganz oder teilweise im Bett vorgenommen werden muss,
  • bei Tetraplegie oder fortgeschrittener Muskeldystrophie mit erhaltener Restfunktion der Beine, vor allem wenn regelmäßige Positionswechsel von Oberkörper und Beinen erforderlich sind,
  • zur Ermöglichung des eigenständigen Umsetzens vom Bett in den Rollstuhl,
  • zur Ermöglichung des selbstständigen Aufstehens,
  • zur Ermöglichung und Unterstützung des Aufstehens bei stark eingeschränkter Beweglichkeit bzw. Belastung der LWS bzw. der Gelenke,
  • bei extrem leichter physischer Erschöpfbarkeit,
  • bei durch passive Bewegung auftretender Streckspastik,
  • zur Mobilisierung bei Apallischem Syndrom,
  • zur Mobilisierung bei extremer Schmerzsymptomatik bei passiver Bewegung,
  • sitzende Lagerung z.B. bei Herzinsuffizienz.