Ambient Assisted Living: Selbstständiger leben

 

 

Umgebungsgestütztes Leben mit Alltagstauglichen Assistenzlösungen (AAL)

Ihr Licht schaltet sich zum Einschlafen von allein aus, Ihre Rollos fahren automatisch herunter, und morgens weckt Sie Ihr Radio und die Heizung springt an? Dann führen Sie schon ein „umgebungsunterstütztes Leben“ und nutzen Smart-Home-Funktionen für mehr Komfort.

Systeme des umgebungsgestützten Lebens setzt man daher vor allem für Sicherheit und Komfort ein – aber auch zur Unterhaltung. 

Dies ist auch das Hauptziel des Smart Homes: Hoher Komfort im Alltag. Smart-Home-Funktionen gehören schon zu den „Alltagstauglichen Assistenzlösungen“ (AAL). Doch Alltagstaugliche Assistenzlösungen gehen noch viel weiter. Ihr Ziel ist nicht nur Komfort, sondern vielmehr, dass Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen ein selbstbestimmtes, sicheres und weitgehend unabhängiges Leben führen können.

 

Technik dient dem Menschen – nicht der Mensch der Technik

Im Alter oder mit bestimmten Krankheiten kann es schwerfallen, Situationen des Alltags zu bewältigen. AAL sollen das Alltagsleben erleichtern. Daher werden sie auf jeden Menschen einzeln abgestimmt, denn jeder Mensch hat spezielle Bedürfnisse und eine ganz eigene Lebenssitation. Es soll sich also die Technik an den Menschen anpassen und nicht umgekehrt.

Ein paar Beispiele, wie AAL helfen können:

  • Wenn Sie stürzen und nicht ohne Hilfe aufstehen können, könnten Sensoren dies bemerken und automatisch die Nachbarn oder den Notdienst kontaktieren.
  • Smarte Rollatoren können Stürze verhindern, indem sie die Haltung Ihres Nutzers korrigieren und Daten über Ihren Gang und Ihre Wege sammeln.
  • Auch unsere Pflege- und Aufstehbetten oder auch das transportierende Bettlaken sind Alltagstaugliche Assistenzlösungen: Sie werden auf Ihre speziellen Bedürfnisse hin programmiert und stellen sich immer präziser auf Ihre Bewegungsabläufe ein. Zudem erleichtern sie Ihnen natürlich anstrengende körperliche Arbeit wie das Aufstehen.
  • Wenn Ihre elektrischen und elektronischen Geräte miteinander vernetzt sind, können Sie bestimmte Situationen einstellen, die sich immer wiederholen. Möchten Sie zu einer bestimmten Uhrzeit schlafen gehen, könnten Sie die Situation „Zu Bett gehen“ programmieren. So könnte sich täglich zur Abendzeit das Licht allmählich dimmen, Radio und Fernseher können leiser werden und sich schließlich abschalten, und im Winter könnte die Heizung ausgehen.

Auch „Alexa“, die Sprachassistentin von Amazon, ist ein AAL-System.

Mehr Beispiele und Details finden Sie z. B. hier.

 

Wie funktioniert AAL?

Nutzerinnen können ihre AAL-Systeme selbst einrichten. Doch darüber hinaus „denken“ AAL-Systeme auch „mit“. Sie sind selbstlernend, passen sich also mit der Zeit immer besser an Ihre Vorlieben und Abläufe an. Wenn Sie in manchen Situationen ratlos sind, können AAL-Systeme Ihnen sogar Lösungen vorschlagen oder Hilfe rufen.

Für das umgebungsgestützte Leben müssen Geräte in der Wohnung miteinander vernetzt sein und kommunizieren. Es fließen also Daten hin und her. Ist z. B. der Rauchmelder mit dem Handy vernetzt, kann das System Nachbarn informieren, sobald der Alarm losgeht.

Bedienen können Sie AAL auf verschiedenen Wegen: Per Tastendruck auf der Fernbedienung oder dem Smartphone, oder noch bequemer, indem Sie mit dem Gerät sprechen. Bei programmierten Situationen ist gar keine Bedienung nötig, das System agiert allein zur rechten Zeit.

Welche weiteren Lösungen für ein umgebungsgestütztes Leben werden derzeit erforscht? Lesen Sie hier einige Projekte nach.